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Krieg in Tigray (Äthiopien) - Update

Heute vor 4 Wochen erklärte die Regierung von Äthiopien der Region Tigray "den Krieg".
Alle, die sich für uns und unsere Arbeit interessieren, wissen, dass es das "Bundesland" ist, in dem wir arbeiten.

Oft wurden wir gefragt, warum wir nicht alle Informationen weitergeben.
Wir haben uns ganz bewusst bisher nicht weiter zur Situation geäußert, weil es in der gesamten Zeit fast keine NEUTRALE Berichterstattung gab.

Heute melden wir uns mit Informationen, die gesichert sind und beziehen uns auf Aksum. Woher wir unsere Informationen haben???

Es gab Kontakt zu Cleofe. Wir kennen sie seit 2017 und sie arbeitet als "Ausländerin" in Aksum. Sie hat es letzte Woche geschafft, Tigray zu verlassen.
Sie hat folgendes berichtet:

Am 03.11. (einen Tag vor dem Beginn der Offensive) wurde in Tigray bereits der Strom abgeschaltet.
Vor rund 2 Wochen wurde Aksum von der Regierung "eingenommen". Es gab Schüsse und Granaten. Diese haben wohl die Stadt verfehlt. Zivile Opfer gab es augenscheinlich nicht
Das Militär zog wohl schnell weiter, verbot jedoch den Einwohnern, die Stadt zu verlassen.
Das Rollfeld des Flughafens wurde (wahrscheinlich durch die Tigray-Armee) zerstört, damit dieser nicht genutzt werden kann. Von der Regierung wurden Bilder gezeigt, die auf ein ebenfalls zerstörtes Flughafengebäude hinweist - nachweislich wurde dieses von BBC widerlegt.
Wer unsere Arbeit verfolgt, wird vielleicht wissen, dass Aksum selbst kein Trinkwasser hat, sondern dieses per Leitung aus dem 25km entfernten Adua erhält. Laut Cleofe wurde diese Leitung zerstört. Und kurz vor diesem Krieg haben wir einige Male mit unseren Leuten gesprochen wegen der Heuschreckenplage, die es genau in der Zeit gab.

Wie sieht es also aktuell TATSÄCHLICH in der Region Aksum aus?

Es gibt keinen Strom, kein Telefon und kein Internet
Es gibt kein Trinkwasser; alle Banken sind geschlossen und auch Geld gibt es keines. Dadurch sind alle Geschäfte geschlossen und viele Menschen haben nichts zu essen.
Krankenhäuser sind geschlossen und Medikamente gibt es ebenfalls nicht.
Was man nicht vergessen darf: die Menschen in Aksum wollten keinen Krieg (zumindest die meisten) und leben nun in Hunger und Angst.

Am letzten Wochenende wurde offiziell das Ende des Krieges verkündet - leider scheint das nicht zu stimmen.

Wir haben von Beginn an gesagt, dass es nur Verlierer geben kann und geben wird - leider bestätigt sich das! Darum verurteilen wir diese Auseinandersetzung weiterhin und fordern ALLE Seiten auf, damit aufzuhören.

Der Hawelti e.V. hat Kontakt zu Bundestagsabgeordneten aufgenommen.
Wir sind davon überzeugt, dass man etwas unternehmen muss und werden zumindest einen Versuch starten.

Sie haben Kontakte/Netzwerke, wollen uns dabei unterstützen und/oder haben Ideen? Dann melden Sie sich / meldet Euch bei uns.

WICHTIG:
WIR SIND PRO MENSCHEN/HUMANITÄT UND CONTRA KRIEG - DER REST IST NICHT UNSER DING!